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Month April 2010

Spurensuche auf der Bismarckstraße

spurensucheFahrradverkehraktion und Start der Unterschriftensammlung an der PKW-Spur der Bismarckstraße vor dem Schloß-Ostflügel. Die E-Petition gibts hier. Wer mit dem Bike vom Hauptbahnhof Mannheim zur Uni kommen will, sucht seine Spur vergebens. Über Schleichwege, wider die Straßenverkehrsordnung oder eben gefährlich, langwierig und umständlich geht es mit dem Rad zur Vorlesung und in die Bibliothek. Damit muss endlich Schluss sein!

Deshalb fordern wir die zügige Einrichtung einer Fahrradspur in der Bismarckstraße auf beiden Seiten und unterstützen einen entsprechenden Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen an den Mannheimer Gemeinderat.

Der Gemeinderat hat beschlossen, Mannheim zur einer fahrradfreundlichen Stadt zu entwickeln. In einem 21-Punkte-Programm wurden die Grundlagen dafür geschaffen. Die Einrichtung der Fahrradspuren in der Bismarckstraße kann der nächste und kostengünstige Schritt dahin sein. Für Pkws stehen in weiten Teilen der Straße drei Spuren bereit – Platz genug für alle.

Und hier als Schmankerl Hans-Peter Schwöbels Wochenblatt-Kolumne “Mir hawwe s’Rad erfunne” vom 22. April 2010

Drais macht Asche mit Fahrrad

MOUNT ST HELENSApropos Aschewolke und Vulkanausbruch. Angesichts eines Vulkanausbruchs hat Freiherr von Drais seinerzeit in Mannheim das Fahrrad entwickelt. Der Vulkanausbruch 1815 hat sozusagen dem Fahrrad zum Durchbruch verholfen. Mitten in die Tüfteleien des findigen Erfinders platzte ein weltbewegendes Ereignis: 1815 brach im indonesischen Archipel der Vulkan Tambora aus. Eine gewaltige Staubwolke bescherte dem europäischen Kontinent einen “vulkanischen Winter” mit Dauerregen und Schneefällen mitten im Sommer. Eine Missernte und Hungersnöte folgten. In der Folge wurden die Pferde hingemetzelt, weil man sie nicht mehr füttern, aber essen konnte. Vor diesem Hintergrund kam die pferdelose Laufmaschine nun groß heraus. Nicht zuletzt wegen einer gewonnenen Wette gegen den Innenminister. Drais fuhr die 50 Kilometer zwischen Mannheim und Kehl in nur vier Stunden – dreimal schneller als die Postkutsche. Da staunte nicht nur der Minister. Die so genannte “Draisine” wurde rasch populär. 1818 erhielt Freiherr Drais ein badisches Patent auf seine Erfindung, im restlichen Europa wurden fleißig Raubkopien nachgebaut. Besonders in Kreisen, in denen Extravaganz zum Lebensstil gehörte, stieß der neuartige Pferdeersatz als amüsantes Modesportgerät auf großes Interesse. So wurde aus der Asche erst ein Fahrrad und dann wieder “Asche” in den Taschen von Drais.