Angesichts problematischer Entwicklungen in Neckarstadt-West und Jungbusch erwarten Gemeinderatsfraktion und Bezirksbeiräte von Bündnis 90/DIE GRÜNEN integriertes Handeln der Verwaltung. Sie haben die Forderungen der Initiative “Wohin geht der Jungbusch” per Antrag aufgegriffen und fordern auch für Neckarstadt-West ein Handlungskonzept.
Der Bezirksbeiratssprecher für die GRÜNEN im Jungbusch, Frank Maaß: “Nachdem der Jungbusch in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht eine positive Entwicklung genommen hat, mehren sich in letzter Zeit Stimmen, die eine Negativentwicklung feststellen. Unabhängig von der Herkunft der Personen werden von Seiten der Bewohner, der Hauseigentümer, der Gewerbetreibenden, der Gastronomen, der Kulturschaffenden und auch von sozialen Einrichtungen eine nachlassende Wohnumfeldqualität, Verwahrlosungstendenzen, ein Verlust an subjektiver Sicherheit und Konflikte im Zusammenleben beklagt.”
Der für den Jungbusch zuständige Stadtrat Gerhard Fontagnier: “Wir setzen im Jungbusch sehr viel Energie und Zeit für die Integration und Verbesserung der Lebenssituation im dicht besiedelten Quartier ein. Nach allem Bitten und Betteln an die Verwaltung müssen jetzt Taten her. Wenn Bewohnerinnen und Bewohner und Stadtteilorganisationen gemeinsam mit dem Quartiermanagement sich die Mühe machen und Lösungen vorschlagen, dann müssen die zur Grundlage schnellen Handelns werden. Aus der Enttäuschung über nicht fruchtendes Engagement heraus, entwickeln sich bereits brisante Tendenzen, die spalten statt zusammenzuführen.”
Die Fraktion sieht die Aufwertung des Stadtteils Jungbusch genau wie die Quartiers-Initiative entlang eines Leitbildes, das den Jungbusch als einen lebendigen, vielfältigen, kreativen, toleranten und urbanen Stadtteil entwickelt. Die Stärkung des Jungbuschs als Wohngebiet und die Förderung des Jungbuschs als Standort für die Kreativwirtschaft und als Ausgehviertel sind gleichrangige Ziele. Der Jungbusch braucht jetzt ein ausbalanciertes Konzept, in dem wirtschaftliche Ziele mit Zielen der Förderung der Integration, der gesellschaftlichen Teilhabe und des Zusammenlebens verbunden sind. Andernfalls bricht das Quartier folgenreich auseinander.
Stadträtin Gabriele Thirion-Brenneisen, Fraktionsvorsitzende und zuständig für die Neckarstadt-West: “Die zunehmende Verschmutzung und das schwieriger werdende Wohnumfeld treibt insbesondere Familien im Jungbusch ebenso wie in der Neckarstadt-West aus den Stadtteilen. Das müssen wir stoppen. Vermietern die kleine Wohnungen völlig überbelegen muss Einhalt geboten werden.”
Gerhard Fontagnier fügt an:
“Die Stadt muss ihre Aufgaben jetzt erfüllen. Stadtteile wie Neckarstadt-West und Jungbusch benötigen deutlich mehr Aufmerksamkeit als andere Bezirke. Beratungs- und Anlaufstellen für neue Einwohnerinnen und Einwohner sind dabei ebenso von Bedeutung wie eine erhöhte und fußläufige Präsenz von Sicherheits- und Ordnungskräften.”
Die GRÜNE Fraktion fordert in ihrem Antrag an die Gemeinderatssitzung am 7. Juni 2011, dass bis zum 1. Oktober 2011 ein Bericht der Verwaltung vorliegt, in dem dargelegt wird, welche Maßnahmen ergriffen wurden, welche Ergebnisse diese Maßnahmen erbracht haben und welche Maßnahmen zukünftig ergriffen werden.