ThemenStuttgart-21

Spätzle- und Maultaschen-Connection

Mein grüner Kollege, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Verkehrsausschuss im Bundestag (!) Winfried Herrmann wurden lange Auskünfte zu “Stuttgart 21″ mit der Begründung “Die Deutsche Bahn verweigert die Zustimmung zur Einsichtnahme … weil sie den Kernbereich der unternehmerischen Betätigung der DB betreffen”, verweigert. Als “geheim” deklarierte Planungs- und Rechnungsunterlagen, wohlgemerkt eines Staatsbetriebes. Heute früh veröffentlicht das Handelsblatt weitere Rechercheergebnisse von Winne Herrmann zu “Stuttgart 21″ die städeplanerischer Natur sind. Zu lesen unter “Mappus, Stuttgart 21 und die „Spätzle-Connection“ (bei Handelsblatt.com am 11.10.2010 veröffentlicht). Nachdem ich das Buch “Wir könnn alles. Filz, Korruption & Kumpanei im Musterländle” und die “Taschenspieler” gelesen habe, wundert mich nichts mehr. Nach Informationen von Handelsblatt Online ist die Landesumweltministerin Tanja Gönner für die Stiftung eines Shoppingcenter-Betreibers tätig, der in ein gigantisches Einkaufszentrum auf dem S-21-Gelände investieren will. Für 500 Millionen Euro will ein Konsortium aus ECE, Strabag und Bayerische Bau und Immobilien Gruppe das „Quartier am Mailänder Platz“ errichten. Dem geschäftsführenden Vorstand der Stiftung gehören u.a. Friederike Beyer, Lebensgefährtin von Günther Oettinger (CDU) und der Stuttgart-21-Architekt Christoph Ingenhoven an. „Das ist ein weiteres Beispiel für die Spätzle- und Maultaschen-Connection, wie wir sie aus Baden-Württemberg kennen: von Lothar Späth bis Stefan Mappus sehen wir eine zu große Nähe zu wirtschaftlichen Interessen“, so Winfried Herrmann. Ich hoffe mit ihm und vielen anderen, dass die Wähler machen am 27.3.2011 mit der schwarzen Dauerherrschaft in Baden-Württemberg endlich Schluß machen. Dann wird viel Aufräumarbeit zurückbleiben.