Transparenz
Demokratie braucht zum Überleben Transparenz und gläserne Taschen. Dies gilt auch und gerade für einen Stadtrat. Ein Kommunalabgeordneter arbeitet ehrenamtlich. In Mannheim werden von Stadträten ca. 80 Stunden im Monat für die Ratsarbeit aufgewendet. Den Zeitaufwand für die Rats-, Fraktions- und Stadtteilarbeit, Ausschusssitzungen, Sitzungsvorbereitung, Kontakte zu Vereinen, Verwaltung und Bürgern schätze ich bei mir auf etwa 120 Stunden im Monat. Stadträte erhalten eine Aufwandsentschädigung und ein Fahrtkostenpauschale. Seit 1.7.2009 bekomme ich also monatlich 850,00 plus 80,00 Euro. Bis Ende 2009 waren dies 5.580 Euro. Diese werden voll versteuert. Den Großteil davon spende ich an meine Partei, an Vereine und zur Durchführung politischer Aktionen.
Darüberhinaus bin ich für unsere Grüne Gemeinderatsfraktion in den Aufsichtsräten folgender Eigenbetriebe: Stadtreklame, m:con und Feuerwache. Dort erhalte ich, wie alle anderen Aufsichtsräte je Sitzung 100 Euro für Sitzung sowie Vor- und Nachbereitung. Bis Ende 2009 waren dies 4 Sitzungen mit insgesamt also 400 Euro.
Gewählte Stadtvertreterinnen und -vertreter bekommen außerdem eine Parkhauskarte für kostenfreies Parken in ausgewählten Parkhäusern der Stadt. Leider konnten wir uns hier mit einer alternativen Vergünstigung für den ÖPNV nicht durchsetzen. Da ich meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs bin – ich wohne in der Innenstadt – habe ich die Parkhauskarte erst einmal mit dem kleinen Gaslieferwagen meiner Cafés gebraucht als ich vom Einkauf direkt zu einer Sitzung ins Collinicenter kam.
Mein Existenz bestreite ich überwiegend aus meinen Einkommen als Grafikdesigner. Für das Geldverdienen als Grafikdesigner bleibt nun, seit der Wahl zum Stadtrat wesentlich weniger Zeit. Ich arbeite daran, dies mit meinen Cafés, für die ich ebenfalls viel Zeit aufwende, auszugleichen. Meine beiden Cafés (cafga am Schillerplatz und im Jungbusch) tragen (noch) nicht zum Einkommen bei. Im Jahr 2009 hab ich eine Erbschaft in das neue cafga im Jungbusch investiert. Als Selbstständiger mußte ich im Jahre 2000 meine private Altersversorgung komplett auflösen und neu starten. Bis dahin leitete ich eine Designagentur mit bis zu 15 Leuten im Team. Wir lebten überwiegend von der grafischen Begleitung von Börsengängen und der Zuarbeit für eine Werbeagentur. Beides fiel im Jahre 2000 weg. Das Aufstehen und Weitermachen ist eine sportliche Übung ;-)